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Die Terrasse der Wohnstätte in Kollwitzkiez

„Ich gehe jeden Tag drei bis vier Stunden spazieren“

Britta S., (55), lebt seit sechs Jahren in einer Wohnstätte für Menschen mit langjähriger Alkoholabhängigkeit, mitten im lebendigen Kollwitzkiez. Ganz oben hat sie einen weiten Blick über die Dächer Berlins und hat sich liebevoll mit vielen persönlichen Erinnerungsstücken, Zimmerpflanzen und kleinen Buddah-Figuren eingerichtet. Sie ist geboren in Berlin, lebte zuletzt in Reinickendorf, hat zwei Kinder und ist gelernte Erzieherin.

Frau S., wie geht es Ihnen? Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Zuhause?

„Mir geht es jetzt viel besser. Ich habe ein sehr schönes Zimmer, es gefällt mir so weit oben. Wenn in dem Wohnbereich zu viel Unruhe ist und mir das zu viel wird, setze ich gerne meine Kopfhörer auf und höre Musik, alles Querbeet. Und ich mag diesen Kiez, da ich hier vieles in der Nähe habe.“

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

„Zuhause lese ich sehr viel, löse Rätsel oder lege Patience. Ich komme mit fast allen Mitbewohn*innen gut zurecht und wir machen häufig Ausflüge, zum Beispiel in den Spreewald.

Ich hatte früher einen Hund und bin deshalb gerne viel draußen. Ich gehe jeden Tag drei bis vier Stunden spazieren. Erst haben sich die Betreuer Sorgen gemacht, weil ich so lange wegblieb. Jetzt wissen sie Bescheid (lacht).“

Apropos Betreuer, wie kommen sie zurecht?

„Sehr gut. Mir gefällt es, dass meine Belange hier immer ernst genommen werden. Als ich ein Problem mit einer anderen Bewohnerin hatte und den dafür nötigen Beschwerdebogen nicht alleine ausfüllen konnte, hat sich extra jemand Zeit genommen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Mit dem jetzigen Stammpersonal fühlt es sich wie ein Miteinander an. Das Büro steht immer offen und man kann immer jemanden ansprechen.“

Was wünschen Sie sich für die Zukunft:

„Ich möchte so bald es wieder geht, in einer eigenen Wohnung in Reinickendorf wohnen.“